20.3. Heiter e Donnerstag #17 mit Lesung
Donnerstag, 20. Mär 2014 17:00 - 00:30

20.3. Heiter e Donnerstag #17 mit Lesung

Es wird gequatscht, gemapft, und nebenbei gelesen!

20 Uhr Lesung (Kegelbahn)
200 Briefe aus Berlin
Die Jüdin Marie Winter schreibt an ihre Tochter Ilse im Exil in der Schweiz.
Eine Lesung mit Bild- und Tondokumenten, eingerichtet von Gabriel Heim und Beate Kosmala

Es lesen: Ruth Schwegler und Marie Omlin
Dauer: c.a. 70 Minuten

20 Uhr Lesung: «200 Briefe aus Berlin»

Die Jüdin Marie Winter schreibt an ihre Tochter Ilse im Exil in der Schweiz. 
Eine Lesung mit Bild- und Tondokumenten, eingerichtet von Gabriel Heim und Beate Kosmala 

Es lesen: Ruth Schwegler und Marie Omlin 
Dauer: c.a. 70 Minuten 

Ilse Victoria Winter hat Berlin 1934 für immer verlassen. Sie ist Jüdin, Kommunistin, Schauspielerin. Ihre Mutter Marie Winter, Jahrgang 1879, bleibt zurück. 1938 beginnt die Mutter Briefe an ihre Tochter in der Schweiz zu schreiben. Erst unregelmässig, dann häufiger und ab 1940 etwa zwei Mal die Woche. Zunächst berichtet sie von ihrem immer beschwerlicheren Alltag, den Entbehrungen und dem Leben mit ihren jüdischen und nichtjüdischen Mietern. Kein Detail erspart sie ihrer Tochter, immer stärker wird der Wunsch, aus Deutschland „rauszukommen“. Aus den 200 Briefen an ihre Tochter wird ihr jahrelanger Überlebenskampf eindringlich erfahrbar. Marie Winter hat sich bis zuletzt mit all ihren Kräften gegen die Verfolgung durch die Nazis aufgelehnt. Im Mai 1942 reist sie mit vier Freundinnen in einer abenteuerlichen Flucht zur Schweizer Grenze, dorthin wo Paul Grüninger einst viele Menschenleben gerettet hat. 

Nach dem Tod seiner Mutter Ilse hat der Sohn Gabiel Heim die 200 Briefe von Marie in einem Schuhkarton gefunden. Aus diesem Fund hat er gemeinsam mit der Historikerin Beate Kosmala das Schicksal seiner Familie rekonstruiert und mit Bildern und Tonaufnahmen zu einem eindringlichen Zeugnis der Zeitgeschichte gestaltet. 

Bild- und Tongestaltung: Steve Bauch 
Dramaturgie: Meike Schmitz 
Eine Produktion von factualfilms, Berlin / Deutsches Theater, Berlin