Heitere Fahne

Die Heitere Fahne ist ein inklusiver Freiraumpalast, in dem Kultur, Theater und Gastronomie in einem sozialen Kontext zusammenkommen und sich gegenseitig bereichern. Der inklusive Charakter des Ortes ist durch die Mitarbeit und Offenheit von Projekten für Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen mit Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die sich in sozial schwierigen oder abhängigen Situationen befinden, geprägt.

Die Heitere Fahne ist ein etwas anderer Treffpunkt, wo nicht Konsum und Kommerz dominieren, sondern wo sich Menschen mit all ihren Besonderheiten frei und ungezwungen begegnen, austauschen und einbringen können. Und dabei kommen sie auch noch zu kulinarischem und kulturellem Hochgenuss.

Gemeinsam mit über 60 Menschen sowie einer enormen Portion Leidenschaft und Idealismus betreibt das Kollektiv Frei_Raum die Heitere Fahne als Nonprofit-Betrieb nun seit über zwei Jahren. Die Verbindung von Kultur und Sozialem sind unsere Kernanliegen. 90 Prozent der Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Das entspricht bislang über 150`000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden.

Dank diesem unermüdlichen und begeisterten Engagement entwickelte sich die Heitere Fahne innerhalb kurzer Zeit zu einem Grossprojekt, das mit seinen kulturellen, inklusiven und gastronomischen Angeboten sowie mit seiner nahbaren Betriebskultur fester Bestandteil des alternativen Kulturlebens im Kanton Bern geworden ist. Dafür sprechen sowohl die Besucherzahlen - über 20`000 Gäste in zwei Jahren - positive Feedbacks aus der Nachbarschaft wie auch die regionale und nationale Medienaufmerksamkeit. Seit diesem Jahr sind wir zudem Träger des Labels „Kultur inklusiv“.

Über uns: Die Heitere Fahne nach drei Jahren - zwischen funkelndem Glanz und Alltagsfragen

Also äs fägt äbe
in anderen guten dingen zu sammen
(Die Heitere Poeten)

Alles begann Hals über Kopf. Es war Liebe auf den ersten Blick, als wir in diesem wunderschönen Saal standen, gegen 50 Menschen, jeder auf seine Art verzaubert und bereit, einen gemeinsamen Traum zu verwirklichen. Eigentümer und Behörden wurden von unserem Vorhaben, ein inklusives Kultur- und Gastrolokal zu schaffen, überzeugt, Freunde und Freunde von Freunden gesucht, die mitbrennen, Müll und Gerümpel entsorgen, Löcher stopfen, feine Gerichte kochen und mögliche Betriebsideen aushecken. Die drei Jahre seit der Eröffnung der Heitere Fahne im November 2013 sind so schnell vergangen, dass es uns manchmal schwer fällt, den Überblick zu behalten. Über 300 Mal hat die Heitere ihre Türen seither geöffnet und mit ihrem Glanz die verschiedensten Besucher in ihren Bann gezogen. Mit funkelnden Augen und viel Glanz im Herzen wollen wir euch auch zum 3-jährigen Jubiläum – einem Wochenende voller Heiteres Cabaret - empfangen....

Label «Kultur inklusiv»

Seit 2016 sind wir Trägerin des Labels «Kultur inklusiv». Das Label zeichnet Kulturakteure für ihre Tätigkeit in der hindernisfreien und inklusiven Ausgestaltung ihrer Kulturangebote aus.

Kollektiv Frei_Raum

Das Kollektiv „Frei_Raum inklusive Kultur“ ist der Trägerverein der Heitere Fahne. Frei_Raum ist ein inklusives Kultur-, Theater- und Gastronomieprojekt, das Freiräume sucht, verändert, gestaltet, schafft und zur Verfügung stellt. Unsere Zusammenarbeit baut auf Idealismus, Leidenschaft, Lebenslust und die individuellen Ressourcen eines Jeden. So sind wir ein buntgemischtes Team von Menschen – Handwerker, Sozialarbeiter, Grafikerinnen, Journalisten, Kunst-, Kultur- und Theaterschaffende.

Mehr Informationen zum Kollektiv Frei_Raum

Jahresberichte Kollektiv Frei_Raum

Wozu das alles?

1.  Wir möchten ermöglichen, dass alle Menschen am „normalen“ sozialen und kulturellen Leben teilnehmen können, indem jede und jeder in einer Gemeinschaft Verantwortung übernehmen und den Alltag möglichst autonom und selbstbestimmt gestalten kann. Das heisst Menschen mit Behinderungen können in der Heitere Fahne sowohl mitarbeiten und mitgestalten, als auch als Restaurantgäste und/oder KulturbesucherInnen einen Ort vorfinden, wo sie sich selbstständig und frei bewegen können.

2. Wir möchten Lebensräume schaffen, in denen sich Menschen frei und ungezwungen begegnen, austauschen und einbringen können – und dabei auch noch zu kulinarischem und kulturellem Hochgenuss kommen. 

3. Wir möchten, dass unsere Besucherinnen und Besucher, aber auch die Mitwirkenden die Besonderheiten von Menschen als Chance entdecken. Eine andere Herangehensweise im Umgang mit der Alltagsbewältigung aber auch im (künstlerischen) Schaffensprozess - ist sehr bereichernd. Nirgendwo sonst, erlebt man so viel Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Dankbarkeit.

4. Insbesondere auch jüngere Menschen oder Jugendliche sollen bei uns ihren Platz finden und Lust bekommen, den Lauf der Dinge auch mal etwas anders zu betrachten.

5. Wir möchten Kultur und Theater allen zugänglich machen und dadurch sowohl das Schaffen als auch den Konsum von Kunst und Kultur nahbarer machen. 

6. Insgesamt möchten wir mit der Heitere Fahne zur Vielfalt in unserer Gesellschaft beitragen. Wir sehen es als Chance, das Potential der verschiedensten Menschen zu verschmelzen und beim Versuch eine Alternative zu wagen, auch die Angst vor dem Scheitern zu überwinden.

Der Ort

Die ehemalige Brauereiwirtschaft in Wabern ist ein alt gewordener, wunderschöner Kulturort. Einst fanden hier die Essen und Bälle der Gurtenbrauerei statt. Ortsvereine trafen sich zum ernsthaften oder lockeren Austausch, ältere Menschen kamen beim Kartenspiel zusammen und Kinder sammelten ihre ersten Theatererfahrungen. Viele Geschichten stecken in der alten historischen Brauereiwirtschaft – vom Aufsteigen und Fallen. Anknüpfend an das bewegte Leben dieses Ortes starten wir das neue inklusive Kulturprojekt Heitere Fahne – die Idealistenkiste. Auf die Bewohnerinnen und Bewohner von Wabern soll bei der Wiederbelebung der ehemaligen Brauereiwirtschaft Rücksicht genommen werden und wo immer möglich, sollen sie zur Entwicklung des Ortes beitragen.